Entspannungsverfahren

 

 

 

 

 

 

 

 

Autogenes Training

Autogenes Training (AT) ist bei uns als Entspannungsverfahren am weitesten verbreitet. Kern dieser von Prof. Dr. I. H. Schultz in den 20er Jahren entwickelten Methode sind Autosuggestionen, die sich auf Empfindungen von Ruhe, Schwere, Wärme und die Wahrnehmung autonomer Organfunktionen des Übenden beziehen. Autogenes Training ist eine „konzentrative Selbstentspannung“, eine Entspannungsmethode, die es jedem ermöglicht, sich selbst durch Konzentration in einen entspannten Zustand zu versetzen. Dies geschieht mit Hilfe bestimmter, einfacher Formeln ohne Beeinflussung durch einen anderen. In dieser Entspannung gelingt es auch untertags schnell und effektiv zu regenerieren.

Gewinn durch AT

AT führt sie schrittweise mit genau beschriebenen Übungen dazu, sich innerlich immer mehr lösen und in eine vertiefte Erholung versenken zu können:

1.    Affektive Resonanzdämpfung

Darunter verstand I. H. Schultz die Wirkung auf störende Empfindungen wie Angst, innere Unruhe oder Niedergeschlagensein. Deren Wirkung kann durch AT deutlich neutralisiert oder abgebaut werden.

2.   Verbesserung der Erholungsfähigkeit

Sie kennen das: Ohne längere Mittagspause arbeiten Sie durch und in der zweiten Tageshälfte wird von Ihnen die gleiche Leistungsfähigkeit erwartet wie in der ersten. Doch stellen sich bei den meisten Menschen natürliche Ermüdungserscheinungen ein.

Wesentlich besser erholt gehen Sie in die zweite Runde, wenn man durch AT in der Mittagspause abgeschaltet hat. Der Erholungseffekt ist enorm und ersetzt gewissermaßen einen längeren Mittagsschlaf.

3.    Verbesserung der Schlaffähigkeit

Der heutige Mensch kann sich den Stressfaktoren Hetze und Lärm kaum entziehen und nimmt diese Belastungen „mit ins Bett“. Im Allgemeinen haben Menschen mit Schlafstörungen Probleme sich zu entspannen und loszulassen. Gerade ihnen hilft AT um wieder gut schlafen zu können.

4.   Verringerung der Schmerzwahrnehmung

AT kann ebenso wirkungsvoll bei der Verringerung der Schmerzwahrnehmung zu Hilfe genommen werden. Wird es gezielt eingesetzt, z.B. während der Zahnarztbehandlung, werden die üblichen Schmerzen spürbar weniger wahrgenommen.

5.   Verbesserung der Durchblutung

Speziell die Wärme-Übung kann zur Verbesserung der Durchblutung von Händen und Füßen genutzt werden. Frauen leiden häufiger unter diesen Beschwerden als Männer. Gemeinsam ist den Betroffenen jedoch, dass der Zustand als sehr unangenehm empfunden wird.

6.   Steigerung der sportlichen Leistung

Viele erfolgreiche Spitzensportler nutzen das AT um zu einer Verbesserung der Muskelleistung und damit zu gesteigerter Leistungsfähigkeit zu gelangen. Auch „Lampenfieber“ vor Auftritten oder Ansprachen kann dadurch gemindert werden.

7.   Verbesserung der Lernfähigkeit

Lernen heißt, seine Aufmerksamkeit voll auf das zu richten, was man lernen will. Autogenes Training übt genau diese Fähigkeit und verhindert, dass „die Gedanken weglaufen“. Beidem wohnt dasselbe Prinzip inne: Die Aufmerksamkeit soll auf das fixiert werden, mit dem man sich gerade beschäftigt.

8.   Verbesserung der Gedächtnisleistung

Sie kennen sicherlich folgende Situation:

Plötzlich haben sie den Namen eines Menschen vergessen; er liegt ihnen auf der Zunge, aber sie können ihn nicht aussprechen. Wenn Sie dann die Aufmerksamkeit etwas anderem schenken, fällt ihnen plötzlich ein, wonach sie vorher krampfhaft gesucht haben.

Durch die affektive Resonanzdämpfung kann man das im Gehirn gespeicherte Wissen in dem Augenblick in dem man es benötigt besser abrufen. Menschen, die das Autogene Training bereits gut beherrschen, können diesen Effekt bewusst und gezielt z. B. in Prüfungs- und sonstigen Stresssituationen einsetzen.

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 Stand 05.02.2006